Raphael Tigges beim Reiseunternehmen Gehle

„Tigges trifft …“

Tauschten sich über die Probleme der Reisebranche in der Corona-Krise aus: Unternehmerin Stephanie Gehle und Landtagsabgeordneter Raphael Tigges.
Tauschten sich über die Probleme der Reisebranche in der Corona-Krise aus: Unternehmerin Stephanie Gehle und Landtagsabgeordneter Raphael Tigges.

Im Rahmen seiner Besuchsreihe „Tigges trifft …“ hat der Landtagsabgeordnete Raphael Tigges das Reiseunternehmen Gehle in Gütersloh-Avenwedde besucht. Tigges wollte sich bei dem seit über 50 Jahren vor allem im Busreiseverkehr tätigen Unternehmen darüber informieren, wie sich die Corona-Krise in der Reisebranche auswirkt. Von Inhaberin Stephanie Gehle bekam er die Rückmeldung, dass Busreisen inzwischen wieder stattfinden, dennoch habe die Krise große Einschnitte hinterlassen und die Branche sei noch immer von absoluter Perspektivlosigkeit betroffen.

„In unserem Geschäftszweig muss sehr langfristig geplant werden, Reisen und Hotels müssen lange im Voraus eingekauft werden“, sagt Gehle. „Daher ist der derzeitige Betrieb trotz der Möglichkeit, wieder fahren zu können, keineswegs kostendeckend.“ Bei den 2.300 Reiseveranstaltern in Deutschland sind Verluste von insgesamt mehreren Milliarden Euro durch Umsatzeinbrüche und Rückerstattungsansprüche zu befürchten. Die deutsche Tourismusindustrie ist insgesamt für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich und steht damit auf dem gleichen Level wie die Autoindustrie und der Maschinenbau.

Verärgert äußerte sich Gehle über die teilweise mangelnde Solidarität der großen Reiseveranstalter gegenüber den Reisebüros. So gebe es große Reiseveranstalter, die sich unkollegial hinsichtlich Stornierungsbedingungen verhielten, obwohl gerade sie besonders umfangreiche staatliche Hilfen erhalten haben. Die Veranstalter seien oft wochenlang nicht erreichbar gewesen und Kunden hätten monatelang auf Rückzahlungen warten müssen. Außerdem hätten die Veranstalter begonnen, die Kunden darauf hinzuweisen, dass man direkt bei Ihnen buchen könne und seien so den vielen kleinen Reisebüros, die um ihr Überleben kämpfen, in den Rücken gefallen.

„Ich habe hier auch erfahren, dass es in der Krise von Nutzen ist, wenn ein Betrieb auf mehreren Standbeinen steht“, erklärte Tigges. So betreibt das Unternehmen Gehle unter anderem auch eine Fahrschule. Darüber hinaus ist die Corona-Krise nicht die einzige Sorge, die das Unternehmen umtreibt. Auch der Fachkräftemangel und zu wenig Busfahrer sind ein Problem. Schließlich konnte Tigges als Feedback ebenfalls mitnehmen, dass in Nordrhein-Westfalen relativ günstige Hygienevorschriften für Busreisen gelten und es in anderen Bundesländern wesentlich strengere Vorschriften gibt.

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