Unternehmen für Zweitvermarktung und Recycling besucht
In der Firmenzentrale von Bingo Systems: CFO Oliver Krümpelmann, Landtagsabgeordneter Raphael Tigges und COO Damir Sulejmanagic (v.l.)Der Landtagsabgeordnete Raphael Tigges, zuständig für Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz, hat ein besonders innovatives Unternehmen in seinem Wahlbezirk besucht. Bei der Firma Bingo Systems in Herzebrock-Clarholz traf Tigges sich mit dem Prokuristen und CFO der Firma, Oliver Krümpelmann.
Das im Jahr 2009 von Inhaber Dinko Muhic gegründete Unternehmen ist einer der führenden Zweitvermarkter Europas und kauft, lagert und vertreibt Restposten und Overstockwaren von über 50 Markenpartnern. „Alles hat vor 17 Jahren auf 200 m² Lagerfläche mit nur einem Mitarbeiter angefangen“, erklärt Krümpelmann. „Jetzt arbeiten wir mit über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an zwei Standorten auf insgesamt 40.000 m². Als Zweitvermarkter leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfungskette und setzt konsequent auf nachhaltiges Wirtschaften. Der geschäftliche Antrieb des inhabergeführten Familienunternehmens ist daher auch ein tief verankertes Verantwortungsgefühl gegenüber Umwelt und Gesellschaft.
Der Geschäftsprozess erstreckt sich vom Ankauf von Markenartikeln, Overstockwaren, Retouren, Restposten und Insolvenzware über die Lagerung, den Wiederverkauf an Unternehmen im In- und Ausland, die Abholung bzw. Auslieferung und schließlich die Zweitverwertung der Ware in ausländischen Absatzmärkten. Darüber hinaus ist Bingo Systems an einem guten Dutzend weiterer Unternehmen beteiligt, die sich ebenfalls mit Zweitvermarktung, Immobilien, Energiewirtschaft und Lagerraumvermietung befassen.„Es ist spannend zu sehen, wie hier Waren im großen Stil, überwiegend Textilien, die ansonsten auf dem Müll gelandet wären, über die Zweitvermarktung nachhaltig ein zweites Leben bekommen“, sagt Tigges.
Der Landtagsabgeordnete hatte sich im vergangenen Jahr bei Umweltministerin Mona Neubaur für die neue Beteiligungsgesellschaft von Bingo Systems, dem StartUp „matter Operations GmbH“ in Hürth, welches in innovatives Recycling von Plastik und Funktionsstoffen investiert, im Förderwettbewerb „Produktives.NRW“ eingesetzt. Matterrs patentiertes Depolymerisationsverfahren wandelt komplexe, gemischte PET-Abfallströme – einschließlich gemischter Textilien und mehrschichtiger Verpackungen – unter milden Bedingungen bei atmosphärischem Druck wieder in ihre ursprünglichen molekularen Bausteine um. Matterr errichtet hierzu im Chemiepark in Hürth eine kleinmaßstäbige industrielle Depolymerisationsanlage mit einer jährlichen Kapazität von etwa 10.000 Tonnen. „Ich freue mich, dass dem Unternehmen dadurch 30 Millionen Euro an Fördermitteln zugute kommen. Denn Investitionen in Schlüsseltechnologien sind ein dreifacher Gewinn für Klima, Jobs und die Innovationskraft unseres Landes“, so Tigges.